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Hilfe! Wir sitzen fest!

Meine Guete war das ein abenteuer! Am Samstag sind wir nach Mole, dem groessten Nationalpark Ghanas aufgebrochen. Das war mein erster Ausflug und dafuer war schon die Hinfahrt Aufregung genug: Um 12 sollten wir in Tamale an der Busstation sein, wo Janina und ich uns mit zwei anderen Volutaerinnen (Lisa und Carmen) verabredet hatten (Jaqueline ist leider noch am selben Tag mit Malaria eingeliefert worden und konnte nicht mit). Dann hiess es ploetzlich der Bus faerht erst um 14 Uhr. Tatsaechlich losgefahren sind wir dann um 16:30 - Willkommen in Afrika! Morgends um 8 hatte es schon keine Sitzplaetze mehr gegeben, also waren wir froh noch stehplaetze fuer die 4 Stunden lange fahrt ergattert zu haben. Das hiess allerdings, dass wir uns zu viert auf das Treppchen vor der Tuer quetschen mussten (ihr kennt alle den Treppenabgang in Reisebussen)...

Der Aufenthalt war dann wie Urlaub: teuer, entspannend und luxurioes. Wir hatten einen pool, wo wir uns aufhielten, wenn wir grad nicht auf Safari waren, es gab Salat (!), Tomatensuppe und Spaghetti Bolognese, wenn auch fuer ghanaische verhaeltnisse zu horrenden Preisen. Die Betten waren wahnsinnig weich und bequem (im gegensatz zu meinem in Savelugu), es gab ein Toilette mit Spuelung!!! Und eine richtige Dusche mit (kaltem) fliessendem wasser. das ergebnis, waren Jubelrufe bei der Ankunft. Doof nur, dass wir das Zimmer und das Bad mit je einer Ameisenkolonie teilen mussten (Ameisenstrassen quer ueber die Zimmerwand und ein Kreisverkehr ums Klo herum...). Dann wurde uns aber schon Sa-abend gesagt, dass So wegen den wahlen, der uebliche Bus ausfaellt, den uns am Di-morgen zurueck nach Tamale hatte nehmen sollen! aaaaaah! Na toll, also unfreiwillig ein Tag mehr. Na gut dachten wir, dann mach wir So die nachmittagssafari, am Mo die vor dem Fruehstueck und geniessen die restliche zeit am pool. Die Safaris an sich waren auf jeden fall sehenswert, es ging zu fuss je 2 Stunden lang durch feld und gestruepp. zu sehen gab es paviane und eine andere affenart, 3 verschiedene antilopenarten, warzenschweine, verschiedene vogelarten, Krokodile und am Mo - endlich - einen Elefanten, leider warn alle andern gerade auf Brautschau um die Jahreszeit. Aber das war wirklich ein beeindruckendes erlebnis. Dieses riesige Tier stand nur 15 Meter von uns weg und, obwohl ich im Zirkus auch schon naeher dran war, ist das in der natuerlichen Umgebung etwas VOELLIG anderes. Man fuehlt sich wie ein Eindringling. Leider ist das Gebiet viel zu dicht bewachsen um Loewen uder Hyaenen zu begegnen, die sich Tagsueber im Gestruepp verstecken. Um also Bilder wie aus den Dukumentarfilmen zu sehen, moechte ich auf jeden Rall in meinem Leben noch nach Namibia oder so reisen!

Mo-abend bekamen wir dann eher zufaellig mit, dass Di-morgen wieder kein Bus faehrt! Solangsam ging uns dann das Geld aus, das wir mitgebracht hatten, und kein Ausweg in Sicht, koplett abgeschnitten von allem, am - verzeihung - arsch der Welt. Da wussten wir uns nicht mehr anders zu helfen, als die Leute von SYTO anzurufen. Die haben uns zum Gliueck die nummer eines Gastvaters in Larabanga, dem naechsten Dorf gegebn, der uns dann heute morgen auch tatsaechlich abgeholt hat. In Larabanga hat man dann versucht uns noch mit aller Gewalt in einen Buss zu quetschen, aber ins Handschuhfach haben wir leider nicht mehr alle 4 reingepasst. Also doch kein afrikanisches Wunder... Also hat der Gastvater einen Dorfbewohner im Pickup angehalten und ihn gebeten uns bis Damango mitzunhmen, wo viele aus dem bus aussteigen wurden. der meinte wir wuerden von der Ladeflaeche geschleudert und im Busch landen, wenn wir hintendrauf mitfahren wuerden. Aber unser Helfer beteuerte unermuedlich, dass es unsere beste Chance sei. Also los! Mit zwei Saecken Yams und einem Sack Kohle wurden wir auf die Ladeflaeche verfrachtet, verstauten uns gut und hielten uns nach moeglichkeit fest. Dann wurde auch klar warum: der fahrer raste mit gefuehlten 90 km/h ueber die ungeteerte, loecherige Strasse und hinterliess eine staubwolke doppelt so hoch wie das Auto. Das fuehlte sich ungefaehr so an wie eine Speedbootfahrt bei starkem wellengang, nur nicht so weich... diese 1stuendige fahrt war jedenfalls mein erstes richtiges Abenteuer.

Bzw. der Anfang davon... in Damango warteten naemlich etwa doppelt so viele Menschen um in den Bus einzusteigen, wie herauskamen, und wir waren nicht gewillt uns am wett lauf und wettdraengeln der Meute zu beteiligen. Wie die Kinder stiegen sie durch Fenster und Tueren in den Bus ein, warfen ihr Gepaeck auf die Sitze und schubsten als ginge es um ihr Leben. Unglaublich! Wieder musste Razak von SYTO uns telefonisch zur Seite stehen, indem er den Fahrer bat uns zu helfen, der meinte dann auch Tatsaechlich, wir sollten einsteigen, aber auch hier war wieder kein durchkommen, daran konnte auch er nichts aendern. Also beschlossen wir zu hoffen, dass ein weiterer Bus im Laufe des Tages fahren wuerde.  Tatsaechlich mussten wir gar nicht lange warten, allerdings lief hier das selbe Spiel ab wie zuvor. an dieser Stelle muss ich mal wieder die aussergewoehnliche Hilfsbereitschaft der Ghanaer hervorheben: ein Mann der vorher Zeuge unserer Situation geworden war, besorgte fuer uns zwei Plaetze neben dem fahrer, auf die wir uns wie gewohnt zu 4t quetschen konnten. Obwohl, wir ihn um nichts gebeten hatten und es ueberhaupt nicht sein Problem war! Ich hab jetzt schon oefter erlebt, dass viele hier wollen, dass Auslaender, v.a. Voluntaere sich hier wohlfuehlen und uns helfen in Sitationen, in denen wir aufgrund der fuer uns ungewohnten Lebensumstaende den Ghanaern gegenueber eine "extrawurst"  brauchen.

Auf dieem Weg sind wir dann - wie echte Ghanaer - bis nach Tamale gelangt. Ein echtes Abenteuer - und ich bin fix und fertig. Morgen muss ich in der Schule Aufsicht bei den Pruefungen fuehrn und dann geht das Korrigieren los. Ausserdem werde ich solangsam dafuer sorgen, dass ich naechste Woche hoffentlich das Projekt wechseln kann, vielleicht in den Sueden, da dann Ferien sind und ich wieder ins KH muesste und die Maedels, dann alle weg sind und ich so Weihnachten, mit Freundinnen verbringen kann. Es bleibt spannend.

Erschoepfte Gruesse von eurer Evelyne

PS: Chris vielen dank fuer deine SMS, sie errreichte mich waehrend des Desasters von Damango. Ein echter Lichtblick!  ^^

9.12.08 17:56

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tine (11.12.08 08:50)
Ein richtiger Abenteuerfilm ... ich könnte mir das wirklich im Kino vorstellen. Mindestens erlebst du Afrika bis in den Wurzeln und nicht wie Tourismus in Konservendose. Dein Elefant erinnert mich an die Reise, die Papa und ich in Süd-Afrika gemacht haben und wo wir aus dem Gebüsch gerade in der Mitte einer Elefantengruppe gelanden sind. Diese Bieste sind so groß, daß man sich dann nicht so stolz fühlt, nicht wahr ? Wirst du viele Bilder zurückbringen ?
In Gengenbach schneit es ein bisschen. Pure Weihnachtstimmung. Das Adventskalender ist schöner und der Weihnachtsmarkt größer denn je. Mamy liest deine Berichte, die ich für sie ausdrucke und übersetze. Sie hat Angst für dich und fragt oft, ob du dich gemeldet hast. Sonst habe ich dir nicht viel zu erzählen.
Ich arbeite im Büro bis am 23.12. und dann wieder ab dem 5.1. Dazwischen werde ich Weihnachten zuhause verbringen, vielleicht zur Mitternachtmesse gehen, am 25.12. mit Oli essen und am 27. oder 28.12. Mama nach Brüssel bringen und zurückholen. Sie wird Silvester mit ihrer Freundin feiern. Ich werde wahrscheinlich im Hexenkeller mit der Narrenzunft sein. Wir haben ein Buffet und können die ganze Nacht tanzen. Weiß noch nicht genau...
Ich arme ich um und denke ganz fest an dich.
Mama

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