Letztes Feedback

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Erwischt!

Tja, ich dachte mir schon, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es mich erwischt, denn ich bin noch keinem Voluntaer begegnet, der nicht Malaria gehabt haette. Erst dachte ich ich haette zuviel Erdnusskekse gegessen, als ich abends nach Hause kam und mich uebergeben musste. aber als sich die Prozedur 2 Stunden spaeter wiederholte und irtgendwann tief in der nacht nochmal, spaetstens da war mir klar, dass ich nicht um 5 Uhr mit den andern abreisen kann. Morgens hatt ich dann auch noch Fieber und ich betete, dass es endlich 8 sein moege, damit die Notaufnahme aufmacht und ich ins Krankenhaus kann (tja eine rund-um-die-uhr-notaufnahme ist schon luxus, denn nachts ist hier kein arzt im krankenmhaus, haste also Zeit zu verrecken...) Dort begann dann wieder die ewige Warterei: der Arzt macht erst nen Rundgang durch die Stationen, bevor er neue Patienten aufnimmt. Hier begannen bereits meine Privilegien als Mitarbeiterin - der Krankenhausleiter Mr. Biela, den ich sehr gut kenne, schickte mich persoenlich auf die Station um dort den Arzt abzufangen. Ausserdem musste ich nicht in den grossen Krankensaal, sondern durfte gleich in ein Einzelzimmer liegen, mit eigener Toilette und Dusche. Schon das Nadel setzen in meine Hand fuer die Infusuion schien mir ungemein schmerzhafter als in D. Tupfer zum unterpolstern gibts hier nicht, sie wird lediglich mit Pflaster fixiert. Ansonsten erinnere ich mich nicht an besonders viel von diesem Tag - noch nie in meinem Leben war mein Koerper so geschwaecht. Es fuehlte sich an wie das erwachen aus der Narkose - den ganzen Tag lang. Manchmal erwachte ich und nahm wahr, dass jemand in mein Zimmer gekommen war, aber das sprechen viel mir so schwer als seien meine Lippen aus Blei. Ausserdem merkte ich manchmal, dass ich gerade auf Deutsch gerdet hatte, bzw. oft wusste ich nicht mal, ob ich dass jetzt wirklich gesagt hatte oder nicht, da ich nicht mehr zwischen Traum und Realitaet unterscheiden konnte. einmal wachte ich erst auf, als ich so dringend aufs Klo musste, dass es sofort passieren musste! Leider war meine Toilette abgeschlossen, also wurde ich hurtig auf einen Rollstuhl gesetzt, dem vorne ein Rad fehlte und zur Toilette gefahren. Dort wieder im Rollstuhl angekommen hatte ich wieder diesen furchtbaren Tinnitus und dann muss ich wohl wieder ohnmaechtig geworden sein. Als ich am naechsten morgen erwachte sah ich garde noch, wie eine Patientin aus der mittlerweile aufgeschlossenen Toilette geschlichen kam. Im Laufe desTages steckte oefter mal eine Frau ihren Kopf zur Tuer herein und wenn sie sah, dass ich wach war sagte sie "Good morning" und verschwand wieder. Die Frauen mussten den ganzen vergangenen Tag lang mein Delirium genutzt haben um meine Toilette zu benutzen... An diesem zweiten Tag kamen die Schwesternschuelerinnen noch mal im KH vorbei bevor sie nach Tamale abreisten, und waren sichtlich ueberrascht mich zu sehen. So gleich gingen sie daran meine Diagnose und Medikation zu ueberpruefen, damit auch ja alles richtig gemacht worden war. Dann kamen mich noch die kubanischen Aerzte besuchen, die Chef-Schwester aus der Notaufnahme, Mr Biela, Familie Baba, und Mavis die Ernaehrungswissenschaftlerin, eine Freundin aus dem KH, war fast den ganzen Tag mit ihrem Freund da und umsorgte mich wie eine Mutter. Sie kaufte mir Bananen und Wasser, und kochte extra fuer mich drei mal am Tag in ihrem Haus und brachte es mir. Baba war da eher etwas verplant, waere ich auf ihn angewiesen gewesen, waere ich wohl verhungert. er kam abends und meinte: "oh ich habe jemand geschickt, dir was zu essen zu bringen, aber scheinbar hat er dich nicht gefunden und mir nicht mal bescheid gesagt!" Ausserdem kamen mich auch mehrmals Leute besuchen und fragten mich wies mir ginge, die ich noch nie gesehn habe. Das war etwas komisch... Die Injektionen gg die Malaria waren aeusserst schmerzhaft, das Zeug brennt in der Huefte wie Feuer. Ausserdem konnten sich die Schwestern nicht ueber die Form der Verabreichung einig werden: die erste Schwester hatte es mit in die Infusion getan. Am naechsten Tag bemuehte sich Alfred mir zu erklaeren, dass das viel zu riskant sei, da es bei zu schneller IV-Gabe zu Herzstillstand fuehren koenne... er gab mir also diese beschissene injektion. Die naechste Schwester meinte dann laut buch muesse es zu gleichen Teilen auf jede Seite der Huefte verteilt werden.... chaos! Insgesamt war das Personal super lieb zu mir, bis auf diesen einen doofen Pfleger der meinte er muesse mir das Leben schwer machen. Ueber den hat sich auch schon Jaqueline beschwert als sie hier war udn anscheinend mag ihn auch sonst keiner. Als ich 3 mal gerufen hatte, damit mich jemand von der Infusion losmacht und niemand gekommen war, war ich mit dem Infusionsstaender (ich hatte den einzigen in der Station bekommen) zu den Helfern gewatschelt, woraufhin er fast nen Herzinfarkt kriegte: "sowas macht man nicht! dazu ist das nicht da! Geh sofort ins Bett zurueck!" Idiot. Schlimmer noch als ich am 3.Tag dann entlassen wurde. Es ging mir besser, aber zu allem ueberfluss hatten sich die Venen in meinem Arm durch die Nadel, die am 2. Tag dann auch nochmal verlegt worden war total entzuendet: Phlebitis. Der Arzt verordnete Kuehlung. Als er weg war meinte mein Lieblingspfleger, ob ich das Eis jetzt wolle. Ich meinte "Ja, natuerlich." - "wieso?" - "Weil es weh tut" - "Na und?! Schmerz muss man spuren dazu ist er da" SO ein vollidiot! Ich fuehle mich immer noch etwas schwach, kann nicht lange stehen etc. Mein Arm ist fast wieder ok, aber auch wenn ich manchmal Hunger hab ist mein appetit gleich null. Und bis gestern wurde mir immer noch schlecht, wenn ich gegessen hab, da machts auch nicht gerade mehr spass. Naja mal sehn wies weitergeht. Eigentlich wollte ich ja Mi fahren, aber jetzt hab cih erfahren dass das der 24. ist, also fahre ich nun doch heute, ueber nacht. Ich melde mich dann aus Swedru. An euch alle vielen Dank fuer die lieben Nachrichtne. Antje! Ich wusst ja gar nicht dass du auch hier bist! ^^ Freut mich aber! Marlies: Vielen vielen Dank fuer die Einladung! Ich freu mich schon sehr auf die Plaetzle, das ist etwas von vielem was ich an Weihnachten hier vermisse. Hey Chris! Na du scheinst dirs ja richtig gut gehn zu lassen... Aber keine Sorge, wenn ich wieder da bin mach ich dir wieder Stress ^^ Danke Mama und Papa fuer eure vielen Anrufe und eure Unterstuetzung die letzten Tage. Allen viele viele liebe Gruesse und FROHE WEIHNACHTEN, feiert fuer mich mit! Ich melde mich dann wieder aus Swedru Evelyne

22.12.08 12:42

bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tine (23.12.08 08:36)
Hallo mein Liebling ! Ich bin so happy deine Bericht zu lesen. Endlich geht es wieder Berg auf ! Stationäre Behandlung im KH scheint echt chaotisch zu sein und damit müssen die Leute dort leben und überleben. Dafür sind die Leute freundlich und hilfbereit.

Ich war gestern bei meiner Partnerin von proWIN, Doris Isenmann. Ihr Sohn (du kennst ja seinen Bruder David) ist unheimlich interessiert in deine Erfahrung und hätte gern ein paar Kontakte mit dir. Er möchte ins Ausland wie du, aber die Hits in Internet sind Australien und USA. Er würde eher in deine Ecke gehen, Benin, Cameroun, Togo ...

Hier weihnachtet es sehr ... Seit gestern steht der große Tannenbaum auf dem Marktplatz in Gengenbach. Heute ist der letzte Tag vom Adventskalender und wie jedes Jahr gibt es einen schönen Konzert mit den 3 Kapellen von Gengenbach zusammen. Diesmal ist Olivia nicht mehr dabei. Sie hat mit Musik definitiv aufgehört. Ich bin traurig. Sie ist sehr gut.

Ich habe Matthias Degott bei OBI getroffen. Er schickt dir seine Grüße für Weihnachten und war sehr erstaunt, als er gehört hat, daß du in 2 (vielleicht 3) Konzerten im März singst. Er möchte gern wissen, wo es stattfindet. Hast du mein Mail mit dem Artikel über das Konzert vom Schillergymi erhalten ?

Als Geschenke für Mama habe ich 2 Karte für Helmut Lotti in Freiburg gekauft. Sie ist ein großer Fan ! Die Geschenke für Olivia verrate ich jetzt aber nicht !

Wenn du zurückkommst, wartet eine Kürbis-Orange Marmelade und Pralinen aus Brüssel auf dich. Ich lade dich auch ein für eine Gemüse-Orgie.

Ich schicke dir 10.000 Küsse und die schönsten Gedanken in dieser Weihnachtszeit.

Mama.


cornelia Scherzer (23.12.08 21:57)
Liebe Evelyne,

das sind ja richtig ernste geschichten die man da von der kleinen evelyne aus bermersbach hört. wir wünschen dir alles gute vor allem dass du die malaria schnell und für immer los wirst. Afrika ist immer noch ein abenteuer, du wirst viel sehen und lernen wovon du dein ganzes leben zehren kannst. wer einmal diesen kontinent und seine menschen kennen und liebengelernt hat wird zum fan und kommt irgendwann wieder. Genieße die Zeit!
Viola, Felix, Hans-Jürgen und ich wünschen dir fröhliche Weihnachten und alles Gute,
ich denke fröhlich wird es auf alle Fälle
Viele Grüße aus Bermersbach Conny


Tine (25.12.08 01:26)
Ma chérie, nous avons été à la messe de Noel. La musique, l'encens, les bougies, les 2 grands sapins donnent à l'église une atmosphère très poignante. Nous voilà à la maison mais nous ne pouvons pas t'atteindre au téléphone. Nous te souhaitons une douce fête de Noel. J'espère te revoir bientôt en bonne santé et avec plein d'images dans les yeux. Je t'embrasse de tout mon coeur. Maman


Anne et Frédéric (28.12.08 00:38)
Coucou Evelyne,

On espère que tu vas mieux et que tu récupères de la malaria. Ta maman est venue nous dire bonjour. C'est l'occasion de t'écrire ce petit mot. Et surtout de te souhaiter une très bonne année 2009.
Gros bisous de nous 4,
Anne, Maxime, Frédéric et ta maman


Bernd (29.12.08 21:54)
Hallo,
ich habe heute mit Evelyne telefoniert. Sie kann momentan nichts schreiben hier. Sie war vor 2 tagen im Internetcafe und hat 45 min geschrieben, als sie es absenden wollte, ist das System zusammen gebrochen. Dann hat sie es erneut versucht und nach 15 min fiel der Strom aus.

Sie ist jetzt im Waisenhaus von Swedru und fühlt sich dort recht wohl. Die beiden anderen deutschen Mädchen sind auch dort und noch andere Volontäre aus USA usw. Die Arbeit mit den Kindern macht ihr Spass. Sie meinte die Kinder sind sehr liebesbedürftig und wollen immer mit ihr zusammensein. Sie hat einen lustigen Vergleich gemacht. Evelyne: "Ich komme mir vor wie ein Stuhl. So bald er frei wird setzt sich gleich das nächste wieder drauf."

Von Mittwoch bis Sonntag macht sie eine Reise an der Küste entlang und will einige Dinge besichtigen.

Sie vermisst euch alle
Grüße ihr Papa


Chris (31.12.08 16:06)
Hej du!

Grad eben hab ich deine Postkarte im Briefkasten gefunden, ich will gar nicht wissen, wie lange die unterwegs war, der Poststempel ist verwischt, aber du schreibst darauf was von der ersten tollen Woche in der Schule ^^. So ganz taufrisch kann sie also nicht mehr sein. Auf der Briefmarke steht ja was von Christmas 1983, aber wir wollen ja mal net übertreiben…
Wünsch dir also ein schönes „Hinübergleiten“ ins Jahr 2009 (von Glatteis-Metaphern seh ich mal ab, dürfte in Ghana ja eher unwahrscheinlich sein, es werden grad kuschelige 33° für Accra gemeldet…)
Mir hier geht’s ganz gut, ich genieß die freie Zeit. Vorgestern Abend hab ich bei typischem Heiligabend-Essen (Wienerle mit Salaten…) mit Hannes und Hendrik verbracht. Doro und Sarah wollten, konnten dann aber leider doch net kommen. War aber au so ganz nett, gerade Hannes hatte mal wieder das ein oder andere Andekdötchen zu erzählen, er ist ja zurzeit auch bei der harten, harten Bundeswehr ;-)
Heut abend gibt’s auch klassisches Silvesterprogramm…nur beim Raclette lass ich glaub ich dann doch den Käse weg, dieses Teufelszeug… Irgendwie hass ich Silvester so langsam, jedes Mal bricht kurz vorher die Panik aus: Wohin geh ich? Was mach ich? Aber gut, auch dieses Mal hab ich ja wieder was gefunden, die nächste Panik wird’s also erst wieder in knappen 12 Monaten geben…
Ich hoff du hast die Malaria inzwischen weitestgehend besiegt und kannst dich wieder auf Land, Kultur und Leute konzentrieren…allzu lange hast du ja dort nicht mehr.
Wie hast du Weihnachten verbracht, und was macht man in Ghana zum Jahreswechsel? Da gibt’s doch bestimmt irgendwelche spannende, traditionelle und geheimnisvolle Bräuche? ;-)

Freu mich schon auf den nächsten Bericht von dir, die lesen sich immer wie eine Mischung aus Berts Katastrophen-Tagebüchern (die kennst du doch hoffentlich?!) und Grzimeks Expeditionen ins Tierreich ;-)

Mach’s gut, wünsch dir noch schöne Tage mit vielen positiven Erlebnissen!

Vermiss dich…
Chris


Tine (1.1.09 19:00)
Gestern habe ich Evelyne angerufen für Neujahr. Momentan kann sie nicht mehr ins Internet. Dort wo sie ist, funktioniert es einfach nicht.

Sie arbeitet jetzt in diesem Waisenhaus im Süden. Es macht ihr Spaß und sie hat wieder eine tolle Clique gefunden. Für Silvester wollten sie zusammen in ein Hotel an der Küste gehen. Schöne Ecke, leckeres Buffet.

Sie hat gefragt, ob wir die Nachrichte am Fernsehen geschaut haben ... in Ghana ist die Lage ziemlich unruhig. Der jetzige Präsident hat den Wahl gewonnen aber sein Partei konnte die absolute Mehrderheit nicht erreichen. Dann wurde es wieder gewählt. Überraschung : die Opposition hat diesmal gewonnen ! Die Anhänger der 2 Parteien sind auf die Straße gegangen (z.B. im Ort 2 km von Evelyne entfernt) und haben Steine auf einander geworfen. Manche Helfer sind in Panik geraten und wollten Ghana verlassen aber die Leiterin des Waisenhauses hat alle beruhigt. Dann (so weit ich Evelyne gut verstanden habe) haben die 2 Schwedischen Kolleginnen ihre Botschaft angerufen. Die Botschaft meinte, es gebe kein Problem, wenn die Mädels die Gruppen auf der Straße vermeiden. Es sei angeblich immer so in den Wahlperioden.

Also Evelyne und ihre Freundinnen haben ihre Pläne nicht geändert und müssen jetzt an der Küste sich erholen. Sie werden diese Woche auch an eine Neujahrfest teilnehmen, anscheinend etwas ganz besonderes.

Übrigens ich wünsche al denjenigen, die diese Seite lesen, EIN SUPER TOLLES NEUES JAHR 2009 !
Ihre Mama.


Sarah (7.1.09 23:05)
Hey Evelyne!!!
Frohes Neues Jahr!!!
Das sind ja richtig krasse Abenteuer, die du da erlebst, hoffentlcih kommst du heil wieder!
Freu mich wenn du wieder da bist und mir, Lena und Katharina alles persönlich erzählen kannst!
Danke für die Karte!
Viele liebe Grüße
Sarah (Ulm)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen