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Jetzt ist alles vorbei!

Über zwei Wochen nach meiner Rückkehr wird es Zeit für ein kleines Fazit einer großen Reise.

Ich war 61 Tage lang weg, bin tausende Kilometer geflogen, hab das Land kreutz und quer bereist. Ich war in Accra, Tamale, Kumasi, Swedru, Cape-Coast, Elmina, Kasoa, Wa, Vechiau, Savelugu, Damango, Larabanga und Mole.

Ich hatte vier Lebensmittelvergiftungen, eine Phlebitis, einen Staphylococcus aureus (nicht verheilende Wunden) und eine Malaria.

Als ich zurückkam war gar nicht alles so ungewohnt geworden, wie ich gedacht hätte. Irgendwie ist mir bewusst, dass das eine eben Ghana war, die Hitze, der Staub, die Offenherzigkeit, die fehlende Berührungsangst unter Fremden, das niemals-alleine-sein, der Lärm und die Musik, das lockere Leben, und das hier eben Deutschland: Stille, das fremden-Menschen-nicht-in-die-Augen-sehn, die Pünktlichkeit, die Disziplin, die Uhren und die Spiegel, die Kälte, die Sauberkeit. Zwei Welten - nein, eigentlich habe ich nichts anderes erwartet. Ein paar Dinge warn da doch: Die Sauberkeit - in jeder Stunde wird mir wieder bewusst wie trocken und sauber sich meine Haut anfühlt. Dann fühle ich mich plötzlich richtig wohl in ihr. Ich genieße die Sauberkeit. Ich dusche so oft ich kann, wechsle öfter die Kleider als vorher, verbringe Stunden mit eincremen.

Es tut mir immer noch weh, das Wasser aus dem Hahn laufen zu sehn. Ich versuche meinem Gewissen zu liebe so sparsam wie möglich zu sein. Aber ohne Stöpsel für das Waschbecken ist das manchmal schwer, ich muss mir unbedingt so ein Teil zulegen. Und dieses Wasser kann man TRINKEN! Die nach Chlor, Plastik oder Erde schmeckenden Trinktüten vermisse ich wirklich überhaupt nicht...

Und dann die Stille. Mir war nie so bewusst wie still es hier manchmal ist. Ich bin zu Hause durch das Dorf gelaufen und da war NIEMAND auf der Straße, das gibt es zu Ghana zu fast keiner Tageszeit. Da stehen diese großen steinernen Häuser am Straßenrand, so verschlossen. Keine offenen Läden in jedem Haus, vor denen die Leute sitzen, dösen oder sich unterhalten. Irgendwie fand ich in dem Moment alles fürchterlich leblos hier.

Ich vermisse die frischen Kokosnüsse, Bananen und Ananas mag ich gar nicht mehr essen. Mir ist nie aufgefallen wie geschmacklos die hier sind.

Unendlich oft höre ich die Frage, die ich schon VOR meiner Rückkehr gefürchtet hatte: "Wie wars in Ghana?" oder "Erzähl!" Was soll ich da sagen? Wie können die Leute auf so eine Frage von mir einen wertvollen Beitrag zu einem Small-Talk erwarten??? Das waren so viele Eindrücke, so viele Erlebnisse, wo soll ich da anfangen? Wie soll ich das in drei Sätze packen??? Wenn ich dann antworte "Es war heiß und ganz anders als hier.", scheinen die Leute irgendwie enttäuscht. :-D

Ich habe auch gelernt geduldig zu sein und ich hoffe dass ich das nicht allzu schnell vergesse. Auf der einen Seite lernt man es zu warten - stundenlang. Außerdem lernt man Geduld mit den MENSCHEN zu haben. Die Ghanaer können sehr aufdringlich sein und auch sehr unverschämt, dabei meinen sie es meistens nicht mal böse. Und es läuft oft nicht alles so wie man es sich wünscht, z.B. wenn der Bus nach Hause tagelang einfach nicht kommt. Da muss man dann auch einfach mal cool bleiben, nicht aufregen, das steigert nur den Blutdruck und das Herzinfarktrisiko. Und daran würde man dort innerhalb kurzer Zeit sterben, wenn man das nicht lernt. Außerdem ist die Lockerheit mit der die Menschen in Ghana das Leben nehmen ansteckend - für so eine kleine Cholerikerin wie mich eine wichtige Lektion...

Ich habe dort Freunde gefunden, die ich nie vergessen werde. Und wer weiß, vielleicht sehn wir uns eines Tages wieder...

Ich freue mich jedenfalls wieder hier zu sein. Ende Februar werden meine Fotos hoffentlich auch nachkommen. ^^ Dann stehn sie euch allen selbstverständlich zur verfügung.

Vielen Dank für eure Unterstützung, euren Beistand und euer Interesse während dieser Zeit!

Eure Evelyne

5.2.09 23:32

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tine (15.2.09 09:18)
Noch ein letztes Kommentar ... "Jetzt ist alles vorbei" ... es wird nie vorbei sein. Was man im Herzen und im Kopf gespeichert hat, bleibt dort versteckt für immer. Wunderschöne Bilder und Gefühle, Erlebnisse, Erfahrung, Menschen. Es ist ein Teil dieser Schatzkiste, die im Lauf des Lebens immer voller, schöner und wertvoller wird.

Ich bin so glücklich, daß du diese Zeit haben konntest und ich hoffe, daß Olivia eine ähnliche Reise später unternehmen kann. Ich liebe euch und bin soooo stolz auf euch. Vielleicht eines Tages können wir, du und ich mit "Rücksack" auf Tour gehen und wer weißt, wirst du mir vielleicht eines Tages meine Reiseführerin in Ghana sein.
Mama

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